Markelsheim über „900 Jahre Weinbau"

Blick über die Weinberge auf Markelsheim
Blick über die Weinberge auf Markelsheim

Markelsheim wird erstmals im Jahre 1054 urkundich erwähnt. Kaiser Heinrich III. überträgt das Reichsdarlehen „Marcholfesheim" an den Grafen Emehard von Rothenburg/Comburg, der selbst im Jahre 1089 Bischof des Bistums Würzburg wird. Er bekommt durch Tausch im Jahre 1096 Güter in Markeisheim, dabei auch einen Weinberg („vinea"). Dadurch werden die Lagen des Markelsheimer Tauberbergs Anbauort des Bischofs von Würzburg.

Das Taubertal als Teil Frankens, ist schon im 9. Jahrhundert ein Verbreitungsgebiet für die Wein­rebe. Das Stift Neumünster in Würzburg erhält vom Fürstbischof Emehard als den Mitbegründer des Stiftes Besitz und trägt so mit seinen Gütern zur Grundausstattung wesentlich bei. Durch weitere Markelsheimer Stiftungen (1130 -1144) kommt das Würzburger Stift sehr früh zu weiterem Besitz vor Ort und wird entscheidend bei der Entwicklung und Ausbreitung des Weinbaus in Markeisheim be­teiligt. Bereits im Jahre 1291 verleiht der Neu-Münstersche Stiftspropst Wolframus die Weinber­ge in Markeisheim an Otto von Amorbach, dem Custus der dortigen Kirche, für eine jährliche Ab­gabe von „drei Karren Wein". Mit der Errichtung ei­nes „Fronhofes mit Kelter und Weinkellern" schafft das Stift Neumünster in seinem Amtsort auch die baulichen Voraussetzungen für den verstärkten An- und Ausbau des Weines.

Anfang des 15. Jahrhunderts (1431) kann der in Mergentheim sitzende Deutschorden das nahe gelegene Amt Neuhaus mit den umliegenden Dörfern - u.a. auch Markeisheim - erwerben. Dieser baut auf dem „Engelsberg" in Markeisheim seinen „Zehntkeller" und das „Bandhaus" als Frucht­speicher. Unter dem Deutschen Orden erfreut sich der Weinbau der sorgsamsten Pflege und Förde­rung. Im Jahre 1791 erlässt der Orden für das Amt Neuhaus eine Verordnung zur Veredelung des Weinbaus und 1803 eine weitere „zur Sicherung der Weinberge durch Rauchfeuer gegen Nachtfrö­ste". In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts dürf­te hier der Weinbau am ausgedehntesten gewesen sein. Alte Überlieferungen berichten, dass damals jeder Berg und Hügel rings ums Dorf mit Reben bepflanzt war.

In der "Württemberger Zeit" ab 1809 ist Markelsheim der Hauptort des Weinanbaus im Taubergrund.
In dieser Zeit baut man neben dem roten Gewächs wie "Süßrot" und "Grobschwarz" überwiegend die weißen Sorten "Österreicher (Silvaner), Junker und Krachmostgutedel" an. Der "Markelsheimer" mit seinem vielgerühmten Bouqett, im Volksmund "Schwenzle" genannt, verdankt seinen Ruf der günstigen geographischen Lage seiner Weinberge und dem Muschelkalkboden. In den Jahren von 1870 bis 1880 kommen immer mehr Schädlinge und Krankheiten auf und bringen den Weinbau neben den Fehljahren zusätzlich in wirtschaftliche Schwierigkeiten.

Dem begegnen die Markelsheimer "Hacker" '1898 mit der Gründung einer Weingärtnergenossenschaft mit dem Ziel, eine rationellere Kellerwirtschaft mittels gemeinsamen Ausbaus und Vermarktung zu erreichen. Im Jahre 1955 entschließt man sich, übrigens als eine der ersten Weinbaugemeinden, eine moderne Rebflurbereinigung durchzuführen. Der heutige Weinbau erstreckt sich neben der Rebfläche Roggenberg vor allem auf die Hauptlage, dem Tauberberg.

Als schmucke Weinbaugemeinde und "Staatlich anerkannter Erholungsort" ist Markeisheim heute ein beliebtes Urlaubs- und Ausflugsziel an der "Romantischen Straße". Landschaft, Weinbau und Fremdenverkehr leben im harmonischen miteinander. Zu den ausgesuchten und gepflegten Weinen bietet die hervorragende Markelsheimer Gastronomie eine große Auswahl heimischer und regionaler Speisen. Für Übernachtungsgäste stehen rund 450 Gästebetten aller Kategorien zur Verfügung. Natur- und Wanderfreunde kommen hier voll auf ihre Kosten. Verschiedene Rundwanderwege und der Weinlehrpfad laden ein, sich in der freien Natur zwischen Weinbergen, Wiesen, Feldern und Wäldern zu bewegen.

Kellerbesichtigungen verbunden mit einer Weinprobe in der Weingärtnergenossenschaft runden das Angebot unterhaltsam ab.

Weinort und staatlich anerkannter Erholungsort Markelsheim